
85. Todestag: AvD legt Kranz am Rosemeyer-Gedenkstein nieder
Rekordversuch auf der Autobahn bei Frankfurt endet 1938 in einer Tragödie.
- Rekordversuch auf Autobahn bei Frankfurt endet 1938 in einer Tragödie
- Gedenkstein auf dem Parkplatz Bornbruch-West an der Autobahn 5 bei Mörfelden
- Bernd Rosemeyer stirbt mit nur 28 Jahren
Am heutigen Samstag (28. Januar) haben Vertreter des Automobilclub von Deutschland (AvD) mit einer Kranzniederlegung dem 85. Todestag des herausragenden Rennfahrers Bernd Rosemeyer gedacht.
Der 1909 in Lingen (Ems) geborene Rosemeyer hatte zunächst bei Motorrad-Rennen beeindruckt. Im Jahr 1935 wechselte er in den Automobilsport und startete als Werksfahrer der Auto Union bei internationalen Grand-Prix-Rennen. Rasch zählte er zu den absoluten Spitzenfahrern der „Silberpfeil-Ära“ und genoss in der Bevölkerung größte Beliebtheit. Bereits im Jahr 1936 konnte Rosemeyer die Grand-Prix-Europameisterschaft erringen, deren Stellenwert heute mit dem der Formel-1-Weltmeisterschaft vergleichbar ist. Dabei setzte er sich im Saisonverlauf gegen legendäre Piloten wie Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch, Luigi Fagioli und Tazio Nuvolari durch.
Als zu Beginn des Jahres 1938 auf der Reichsautobahn Frankfurt-Darmstadt, der heutigen A5, die Rekordwoche veranstaltet wird, startet Rosemeyer für die Auto Union in einem stromlinienförmig verkleideten Rennwagen vom Typ C. Nachdem der Beginn der Rekordfahrten an diesem Tag wegen heftiger Windböen immer wieder verschoben werden muss, geht am späten Vormittag zunächst Rudolf Caracciola auf die Strecke und verbessert den von Rosemeyer im Herbst 1937 aufgestellten Rekord von 406,32 km/h auf 432,692 km/h. Anschließend startet Rosemeyer. Er ist entschlossen, sich den Bestwert wieder zurückzuholen. Doch es kommt zur Katastrophe: Um 11:47 Uhr verliert der Star-Fahrer der Auto Union bei rund 430 km/h die Kontrolle über sein Fahrzeug, kommt von der Straße ab und verunfallt. Als die Helfer die Unfallstelle erreichen, stehen sie vor einem Trümmerfeld aus Fahrzeugteilen, während der leblose Körper Rosemeyers scheinbar unversehrt an einem Baumstamm lehnt. Bis heute ist die Unfallursache nicht zweifelsfrei geklärt. Es wird vermutet, dass Rosemeyers Rekordfahrzeug beim Passieren einer Waldschneise von einem heftigen Windstoß erfasst und auf den Grünstreifen gedrückt worden war. In der Folge stellte sich das Auto quer und überschlug sich.
Bernd Rosemeyer hinterließ seine Frau Elly Beinhorn, eine bekannte Fliegerin, sowie seinen erst wenige Wochen alten Sohn Bernd junior, der später Professor für Orthopädie in München wird. Seine sterblichen Überreste fanden ihre letzte Ruhe in einer Ehrengrabstätte auf dem Waldfriedhof Berlin-Dahlem. Heute erinnert in Berlin der Rosemeyerweg an den Rennfahrer, der die S-Bahn-Haltestelle Nikolassee für Fußgänger mit dem Kronprinzessinnenweg verbindet und dabei die A115 in der Verlängerung der ehemaligen AVUS-Rennstrecke überquert. Auch der nahe der Unfallstelle bei Mörfelden-Walldorf an der A5 gelegene Rastplatz trug über Jahrzehnte hinweg den Namen „Rosemeyer“. 2015 wurde er in „Bornbruch-West“ umbenannt. Geblieben ist ein Gedenkstein am südlichen Ende des Rastplatzes, der an das tragische Ende des Rennfahrers Bernd Rosemeyer erinnert.
Dem AvD ist bewusst, dass sich die historische Person Bernd Rosemeyer aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der SS kontrovers beurteilen lässt und sein Lebenslauf Anlass zu Diskussionen gibt. Vor dem Hintergrund des gegebenen Kontexts möchte der AvD ganz bewusst von einer derartigen Erörterung absehen. An dieser Stelle gedenkt der AvD allein dem Rennfahrer Bernd Rosemeyer und ruft seine sportlichen Leistungen in Erinnerung.
Veröffentlicht am 28.01.2023 in AvD - Der Club.
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