Verbrennerverbot wäre ein schlechtes Zeichen
Pressemitteilung - 10.06.2022 - 3min. Lesezeit

EU-Entscheidung ist schwarzer Tag für Klimaschutz und Mobilität

Mehrheitsbeschluss des EU-Parlaments zum Zulassungsverbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor

  • Verbrennerverbot ab 2035 gefährdet bereits heute Zukunft Europas
  • EU-Parlament katapultiert Europa aus dem internationalen Wettbewerb
  • Nur Technologieoffenheit kann zu bestmöglichen Entwicklungen führen

Mit dem Mehrheitsbeschluss des EU-Parlaments zum Zulassungsverbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab 2035 haben die Parlamentarier eine schlechte Entscheidung für die Bürger Europas, die freie Marktwirtschaft in Europa sowie den Klimaschutz getroffen. Statt sich darauf zu beschränken, klimapolitische Ziele vorzugeben und deren Erfüllung dem Markt und der Kreativität innovativen Ingenieuren zu überlassen, schreibt die Politik nun eigene Technologievorgaben fest und verankert gesetzlich die Elektrifizierung der Mobilität de facto als alleinige Antriebstechnologie für die Zukunft. Damit koppelt sich Europa bereits heute von der für den Klimaschutz unverzichtbaren globalen Dekarbonisierung des Verkehrssektors ab und gibt zugleich seine weltweite Wettbewerbsfähigkeit bei der Entwicklung alternativer Antriebskonzepte auf.

Sei es aus Unverstand oder wider besseren Wissens nimmt das EU-Parlament den europäischen Unternehmen und ihren Forschungsabteilungen die Chance, durch die Entwicklung von Hochwirkungsgradmotoren und die Produktion von regenerativen CO2-neutralen Kraftstoffen wie E-Fuels und synthetischer XtL-Fuels (Fischer-Tropsch-Kraftstoffe) die global bereits im Einsatz befindlichen Verbrennungsmotoren zu klimaneutralen Antrieben der Zukunft zu machen. Gleichzeitig scheinen die Parlamentarier die weiterhin ungelösten Fragen und Probleme der Elektromobilität ausgeblendet zu haben. Ein Kardinalfehler, der bereits bei der Nutzung der Kernenergie begangen wurde.

Sicher ist: Im Sinne rascher Antworten auf die akuten Herausforderungen des Klimawandels sind Einschränkungen der ingeniösen Kreativität die schlechtesten aller denkbaren Maßnahmen. Um die drängenden Problemstellungen des Klimaschutzes zu beantworten und gleichzeitig auch in Zukunft individuelle Mobilität für alle Gesellschaftsschichten ermöglichen zu können, bedarf es echter Technologieoffenheit. Nur so können sämtliche Lösungsansätze ihre Potenziale aufzeigen und der bestmögliche Technologiemix ist identifizierbar. Das gilt für Elektroautos, für die Wasserstoff-Technologie, aber ebenso auch für den Verbrenner. Allerdings bietet ausschließlich der Verbrennungsmotor durch den Einsatz klimaneutraler, synthetischer Kraftstoffe die Chance, sehr zeitnah und zugleich bezahlbar eine Dekarbonisierung des Individualverkehrs zu erreichen und einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leiste, um die bestehenden Klimaziele doch noch zu erreichen. Im Gegensatz dazu wird die offensichtlich angestrebte „Electric-only“-Strategie die Abhängigkeit von totalitären Staaten wie Russland und China erheblich vergrößern. Bereits heute zeigen die Auswirkungen erster Lieferengpässe für die Batterierohstoffe, in welch starkem Abhängigkeitsverhältnis sich die Europäer sich bereits befinden.

AvD Generalsekretär Lutz Leif Linden: „Mit ihrer Entscheidung haben die EU-Parlamentarier den Klimaschutz kaum unterstützt. Denn allein mit Elektroautos und ohne synthetische Kraftstoffe werden die gesetzten Klimaziele weder bis 2030 noch bis 2045 erreichbar sein. Stattdessen gefährdet das EU-Parlament auf verantwortungsloseweise langfristig den sozialen Frieden innerhalb der europäischen Staaten. Individuelle Mobilität wird in den nächsten Jahren so teuer werden, dass sie nur noch für Besserverdiener und politische Mandatsträger erschwinglich ist. Spätestens, wenn die staatlichen Förderprogramme enden, werden sich auch Haushalte mit mittleren Einkommen zunehmend kein Auto mehr leisten können. Die jetzige Entscheidung der EU-Volksvertreter wird es also mittelfristig breiten Bevölkerungsschichten erheblich erschweren, räumlich flexibel zu sein, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.“

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