28.05.2026 - Pressemitteilung

AvD begrüßt Initiative zu E-Flugkraftstoff und fordert Technologie­offenheit auch für Pkw

Der AvD begrüßt die vom Bundesministerium für Verkehr gestartete Marktkonsultation zur Förderung von strombasiertem erneuerbarem Flugkraftstoff (eSAF).
AvD begrüßt Initiative zu E-Flugkraftstoff und fordert Technologie­offenheit auch für Pkw© shutterstock - Scharfsinn
  • Erneuerbare Kraftstoffe für gesamte Mobilität denken
  • Geplante Beimischungen wie E20 helfen zur schrittweisen Klimaneutralität
  • E-Fuels machen Bestandsflotte klimaverträglich

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) begrüßt die vom Bundesministerium für Verkehr gestartete Marktkonsultation zur Förderung von strombasiertem erneuerbarem Flugkraftstoff (eSAF). Mit dem geplanten Fördervolumen von bis zu zwei Milliarden Euro setzt die Bundesregierung ein wichtiges Signal für den Hochlauf klimafreundlicher Kraftstoffe und die Defossilisierung des Verkehrssektors. Das BMV unterstreicht damit die strategische Bedeutung synthetischer Kraftstoffe für eine klimaneutrale Mobilität.

Aus Sicht des AvD sollte die aktuelle Beschäftigung mit erneuerbaren Kraftstoffen jedoch nicht auf die Luftfahrt beschränkt bleiben, sondern deutlich stärker auch für den Straßenverkehr forciert werden. E-Fuels und erneuerbare Beimischungen bieten die Möglichkeit, den bestehenden Fahrzeugbestand schrittweise klimafreundlicher zu machen. Gerade angesichts von mehr als 49 Millionen zugelassenen Pkw in Deutschland kommt der Bestandsflotte eine zentrale Rolle beim Erreichen der Klimaziele zu.

Der AvD sieht deshalb auch die geplante Einführung von E20-Kraftstoffen ab 2027 als wichtigen Zwischenschritt. E20 enthält bis zu 20 Prozent Bioethanol und kann dadurch den fossilen Anteil im Kraftstoff weiter reduzieren. E20 hilft so dabei, CO₂-Emissionen im Bestand kurzfristig zu senken und zugleich die Auswirkungen steigender CO₂-Kosten im Verkehr abzufedern. Nach Ansicht des DEKRA-Sachverständigen Carsten Bräuer ist dies technisch unbedenklich. Erste Pilotprojekte laufen bereits in Deutschland.

Sanfte Energiewende im Sinne der Verbraucher
E-Fuels werden mithilfe erneuerbarer Energien aus Wasserstoff und CO₂ hergestellt. Wird dafür ausschließlich grüner Strom genutzt und das eingesetzte CO₂ zuvor der Atmosphäre entnommen oder aus nachhaltigen Quellen gewonnen, entsteht ein nahezu geschlossener Kohlenstoffkreislauf. Dadurch können diese Kraftstoffe bilanziell weitgehend klimaneutral sein. Gleichzeitig lassen sie sich über die bestehende Tankstellen- und Fahrzeuginfrastruktur nutzen, ohne Millionen funktionstüchtiger Fahrzeuge ersetzen zu müssen. Das BMV bewertet erneuerbare Kraftstoffe deshalb ausdrücklich als wichtigen Baustein zur Senkung der Emissionen im Verkehrssektor und strebt bis 2030 Einsparungen von zehn Millionen Tonnen CO₂ an.

Der AvD sieht darin einen wichtigen Beitrag zu einer sozialverträglichen und technologieoffenen Energiewende im Verkehr. Neben batterieelektrischen Antrieben braucht es zusätzliche Lösungen, um Emissionen kurzfristig und breit wirksam zu reduzieren, insbesondere für die bestehende Fahrzeugflotte und Verbraucher, die auf individuelle Mobilität angewiesen sind.

AvD Präsident Lutz Leif Linden: „Die Initiative des BMV ist ein wichtiges Signal für die Zukunft erneuerbarer Kraftstoffe in Deutschland. Der AvD fordert weiterhin, die Potenziale von E-Fuels nicht nur im Luftverkehr, sondern auch für die klimaneutrale Nutzung der bestehenden Pkw-Flotte konsequent weiterzuentwickeln. Verbraucher brauchen bezahlbare und praktikable Lösungen, damit Klimaschutz und individuelle Mobilität zusammen gedacht werden können.“