
- Kosten rund ums Autofahren stetig steigend
- Jüngste Explosion der Spritpreise als negativer Höhepunkt
- AvD begrüßt Prüfung der Bundesregierung
Seit dem Kriegsausbruch in der Golfregion sind die Kraftstoffpreise für Benzin und Diesel auf über 2 Euro pro Liter emporgeschossen. Bereits jetzt entspricht die Preisentwicklung einer Verteuerung von annähernd 20 Prozent und ein Ende ist längst nicht in Sicht. Die Bundesregierung hat nun eine kartellrechtliche Prüfung angekündigt, um sicherzustellen, dass die „Situation nicht ausgenutzt wird“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mit Blick auf die Mineralölkonzerne. Die aktuelle Diskussion zeigt erneut, wie sensibel die Kosten rund um das Auto für Millionen Menschen in Deutschland sind. Für den Automobilclub von Deutschland (AvD) steht ohnehin fest, dass bezahlbare individuelle Mobilität oberste Priorität haben muss. Denn für viele Bürger ist das Auto kein Luxus, sondern Voraussetzung für Alltag, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete der Liter Diesel gemäß des Webportals Tankerkönig am Donnerstagmorgen 2,075 Euro. Im Vergleich zum Freitag vor dem Ausbruch des Krieges entspricht dies einer Preissteigerung von rund 19 Prozent (1,746 Euro pro Liter). Auch die Kosten für einen Liter Super E10 gingen in weniger als einer Woche um über 11 Prozent nach oben, von 1,778 Euro auf aktuell 1,975 Euro. Dies stellt eine weitere immense Belastung für die Autofahrer dar, denn zuletzt waren die Kosten in gleich mehreren Bereichen deutlich in die Höhe gegangen. Neben den Preisen für Benzin und Diesel verteuerten sich auch Versicherungen sowie Reparaturen und Inspektionen. So lagen die Preise für Kfz-Versicherungen im Herbst 2025 rund 10,9 Prozent über dem Vorjahreswert, während Wartung und Reparaturen um etwa fünf Prozent zulegten.
Dabei zeigt sich immer wieder, wie stark Menschen auf ihr Auto angewiesen sind. Eine aktuelle Studie im Auftrag von mobile.de belegt, dass ein Großteil der Bevölkerung ohne eigenen Pkw kaum mobil wäre, insbesondere in ländlichen Regionen, bei Pendlern und in vielen Berufen mit wechselnden Einsatzorten. Über 80 Prozent der Befragten fühlen sich ohne eigenes Auto eingeschränkt. Die individuelle Mobilität bleibt für viele Haushalte unverzichtbar.
Entlastung für Autofahrer
Umso wichtiger ist es, die Kosten rund um das Auto wieder stärker in den Blick zu nehmen. Kurzfristig kann eine Entlastung vor allem über die Energiekosten erfolgen. Denkbar sind beispielsweise eine temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe oder eine stärkere Kontrolle der Preisbildung an der Zapfsäule. Der AvD setzt sich zudem für mehr Transparenz bei der Zusammensetzung der Spritpreise sowie für eine stärkere Wettbewerbsaufsicht für jegliche Antriebsenergie ein.
Auch langfristig müssen strukturelle Kosten reduziert werden. Die steigenden Werkstatt- und Ersatzteilpreise setzen Autofahrer zunehmend unter Druck. Hier braucht es mehr Wettbewerb im Ersatzteilmarkt sowie einen freien Zugang zu Reparaturdaten für unabhängige Werkstätten und andere Dienstleister. Nur so lassen sich die Kosten für Wartung und Instandhaltung langfristig stabilisieren. Der AvD begrüßt zudem die Ansätze zur Führerscheinreform von Bundesverkehrsminister Schnieder. Der Erwerb des Führerscheins muss wieder bezahlbarer werden, kostete in vielen Regionen bereits deutlich über 3.000 Euro. Das jüngste Automobilbarometer von Consors Finanz hatte erneut verdeutlicht, dass für junge Menschen der Führerschein und das erste eigene Auto wichtige Meilensteine im Leben bleiben.
Für den Einsatz klimaneutraler Verbrenner
Die Anschaffung neuer Fahrzeuge bleibt zudem eine besondere Herausforderung, vor allem bei Elektroautos. Trotz staatlicher Förderung liegen die Einstiegspreise vieler Modelle weiterhin deutlich über denen vergleichbarer Verbrenner. Förderprogramme, steuerliche Anreize und niedrigere Energiepreise für Strom können helfen, die Transformation bezahlbar zu gestalten. Die Realität zeigt jedoch, dass es auch Lösungen für herkömmlich angetriebene Fahrzeuge geben muss, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen. Gemäß Kraftfahrtbundesamt nimmt das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands in Deutschland seit Jahren zu und liegt bei aktuell 10,9 Jahren. Der AvD setzt sich daher für einen klimaneutralen Einsatz von Bestandsfahrzeugen ein. Synthetische Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien (E-Fuels) können hier einen wichtigen Beitrag leisten und sollten ebenfalls gefördert werden.
Fest steht: Mobilität darf nicht zum Luxus werden. Politik und Wirtschaft sind gefordert, gemeinsam Rahmenbedingungen zu schaffen, damit individuelle Fortbewegung auch künftig für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar bleibt. Der AvD wird sich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Autofahrer in Deutschland nicht übermäßig belastet werden und Mobilität verlässlich, sicher und erschwinglich bleibt.