27.01.2022 - Pressemitteilung

Jetzt erst recht: AvD-Histo-Monte startet in Rothenburg ob der Tauber

Alle Vorzeichen für einen reibungslosen Ablauf der AvD-Histo-Monte 2022 stehen weiterhin auf grün.
AvD-Histo-Monte startet in Rothenburg ob der Tauber© AvD-Histo-Monte (Photographer)
  • Vom 8. bis 12. Februar: Winterrallye mit sportlichem Anspruch
  • Corona-Vorgaben und 2G-Plus-Regelung für Organisation und alle Teilnehmer
  • Über 70 Teams fahren im Klassiker aus Mittelfranken an die Cote d‘Azur

Alle Vorzeichen für einen reibungslosen Ablauf der AvD-Histo-Monte 2022 stehen weiterhin auf grün – allen widrigen Begleitumstände zum Trotz. Die zahlreichen erforderlichen Genehmigungen der Behörden von immerhin fünf Staaten liegen vor und die knapp 2.000 Kilometer lange Veranstaltung ist somit behördlich abgesegnet. Außerdem hat der Veranstalter ein strenges Hygienekonzept erarbeitet, das für alle in die Rallye involvierte Personen, Teilnehmer wie auch Mitglieder des Organisationsteams die strenge 2G-Plus-Regelung vorsieht. Auf die Bestplatzierten der Gesamtwertung warten neben hochwertigen Uhren von Partner Sinn Spezialuhren unter anderem auch ein Startplatz für die AvD-Histo-Tour, der sportliche Sommer-Rallye des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Außerdem stellt der AvD als weiteren Sonderpreis zwei VIP-Tickets für das DTM-Saisonfinale in Hockenheim zur Verfügung. Es ist also angerichtet für den Start in Rothenburg ob der Tauber. Am Dienstag, den 8. Februar um 17:00 Uhr wird es dort dann heißen: „Start frei. Please start your engines!“

Nach den beiden ersten erlebnisreichen Fahrtagen durch Deutschland überquert die diesjährige AvD-Histo-Monte am Donnerstagvormittag (10. Februar 2022) erstmals eine Landesgrenze. In Rheinfelden dürfen die Teams die ansonsten für den Fahrzeugverkehr gesperrte historische Stadtbrücke benutzten und gelangen so in die Schweiz. Unmittelbar nach der Einreise rollen die Teilnehmer vor das Rathaus im eidgenössischen Teil der Stadt, um sich im Rahmen einer Durchfahrt-Kontrolle einen weiteren Bordkarten-Stempel abzuholen. Anschließend führt die Route auf direktem Weg aus dem Kanton Aargau ins Jura, wo in Saint Ursanne das nächste Ziel anzusteuern ist, bevor eine Kontrolle später dann bereits Frankreich in Sichtweite liegt.

Nach den morgendlichen Auftakt-Prüfungen in Deutschland folgen hier drei weitere gezeitete Wertungen (Gleichmäßigkeitsprüfungen) auf dem Weg zur Mittagspause in Malbuisson. Alle Streckenabschnitte wurden dafür neu kombiniert und standen so noch nie bei einer früheren Ausgabe der AvD-Histo-Monte auf dem Programm. Nach einem verdienten Stopp am Lac de Saint-Point sind für die Teams noch einsamere Pisten zu absolvieren. Zudem bewegt sich die Rallye in einer Höhe, die über weite Abschnitte oberhalb der 1000-Meter-Marke verläuft. Vorbei an Mouthe, dem statistisch kältesten Ort Frankreichs, führt die Strecke für einen kleinen Moment noch einmal über die Grenze in die Schweiz und ziemlich sicher auch in den Schnee. Bevor am Abend im Etappenziel in Aix-les-Bains, vor dem Rathaus der Stadt der Bürgermeister und Bevölkerung die vermutlich müden und geschafften Mannschaften in Empfang nehmen, gilt es für die noch eine letzte aber knackige Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) zu absolvieren. Das Abendessen im mondänen Casino der Stadt dürfte dann für die Helden der Landstraße eine angemessene Entschädigung für die Strapazen des langen Tages sein.

Der Restart am Freitagmorgen ist ebenfalls neu. Zum ersten Mal startet die AvD Histo Monte in diesem Jahr im Yachthafen am Lac du Bourget. Genau hier rollten auch bereits die Teams der Rallye Monte Carlo des Jahres 1982 ein, unter Ihnen auch Walter Röhrl und Christian Geistdörfer im Opel Ascona 400. Für die Teilnehmer von Deutschlands einziger internationaler Winter-Oldtimer-Rallye gilt es von hier aus aber noch ein paar echte sportliche Herausforderungen auf ihrem Weg zum Mittelmeer zu bewältigen. Durch die Chartreuse sowie über den Col de Granier und den Col du Cucheron geht es weiter in Richtung Süden. Dabei werden zwei vollkommen neue Abschnitte mit sagenhaften Schluchten passiert, die sich für 2022 erstmals im Roadbook finden, dazu zwei weitere Original-Wertungsprüfungen längst vergangener Tage der Rallye Monte Carlo. Vor der Mittagspause in dem nicht minder bekannten Ort Sisteron (hier war auch die AvD-Histo-Monte vor 15 Jahren schon einmal zu Gast) gilt es zunächst weiteren Bergpass zu bezwingen, bevor das Klima milder und die Luft salziger wird.

Ab der historischen Zitadellen-Stadt Sisteron kann die AvD-Histo-Monte die originalen Streckenverläufe der Rallye Monte Carlo gar nicht mehr umfahren. Überall war der Rallye-Klassiker schon einmal unterwegs, überall zeugen bemalte Leitplanken und spektakuläre Orte von der Geschichte der berühmtesten Rallye der Welt und dem zugleich ältesten noch immer existierenden Motorsport-Event überhaupt. Die vier folgenden GLP sind Rallyepisten vom Feinsten, das Highlight ist für die Teilnehmer unter Garantie die Fahrt durch die Clue d’Aiglun (die Schlucht von Aiglun) am späten Nachmittag. Hier entstanden unzählige atemberaubende Bildaufnahmen, die die ganz großen Rallyestars in Action festhalten, als diese befeuert von 500 PS und mehr durch das in die Felswand gehauene Straßengeschlängel tobten. 

Der Schlucht von Aiglun folgt fast ansatzlos der Col de Bleine, Rallyefans bekommen auch hier feuchte Augen. Zuerst schraubt sich die nicht selten glatte und eisbedeckte Piste auf der Nordseite des Berges in die Höhe, bevor man nach der Passhöhe auf der Südseite endlich wieder festen Boden unter den Rädern hat. Über die letzte Prüfung des Tages fährt der Tross dann bei einsetzender Dunkelheit in den Ort Cabris und zum ersten Mal taucht am Horizont auch das Mittelmeer auf. Der Bürgermeister von Cabris, damals selbst aktiver Rallyefahrer, freut sich samt Ortspolizei ganz besonders auf den Besuch der Teilnehmer und Oldtimer. Und weil die Monte schon immer für Abwechslung gesorgt hat, rollen die Teilnehmer wenig später durch die engsten Gassen knapp oberhalb der Parfümstadt Grasse. 

Das Etappenziel liegt in diesem Jahr erstmals nicht am Rallye-Hotel in Cannes-Mandelieu, sondern in dem wenige Kilometer oberhalb gelegenen Örtchen Tanneron. Auch hier wird Motorsport im Allgemeinen und Rallyesport im Besonderen großgeschrieben. Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde ist kein geringerer als Motorrad- und Dakar-Legende David Casteu. Er startete mehrfach und sehr erfolgreich beim Wüstenklassiker in Afrika, war KTM-Werksfahrer, Vizemeister in der Rallye-Raid-WM und bei der Dakar im Jahre 2007. Er hat angekündigt, persönlich vor Ort zu sein, wenn die Oldtimerteams vor dem Rathaus ihre Bordkarte abgeben müssen. Auch das einzige Restaurant im Ort ist begeistert von der Zielankunft der AvD-Histo-Monte und wird allen Teilnehmern, die nicht sofort im Gewusel von Cannes abtauchen wollen, mit leckeren Kleinigkeiten aus der Speisekarte zum kurzen Verweilen und Verschnaufen anbieten. 

Der letzte Tag ist zwar der kürzeste der gesamten Tour, aber vermutlich der mit den meisten Kurven. Nach einer Überführungsetappe in Richtung Osten verlassen die Teams die Autobahn bei La Turbie oberhalb von Monaco. Der Einstieg in die Berge und erfolgt wieder auf einer Original-Strecke der Rallye Monte Carlo hört auf den Namen Col de La Madone. Dieser Abschnitt zählte früher zur legendären „Nacht der langen Messer“, der letzten und finalen Schleife der Rallye Monte-Carlo, an der nur die besten Teams der Rallye teilnehmen durften. Auch bei der aktuellen Austragung der FIA Rallye Monte-Carlo war der Col de la Madone Teil der Streckenführung. Von der „Nacht der langen Messer“ kann kaum einer bessere Geschichten erzählen, als Rallye-Weltmeister Walter Röhrl. Im Opel Commodore schied er auf dieser Prüfung im Jahr 1973 unglücklich mit gebrochener Halbachse aus. Und das nach einer über 5000 Kilometer langen Anreise aus dem Startort Oslo. In Sichtweite von Monaco kam damals das Aus im Örtchen St. Agnes, exakt diese Stelle werden auch die Teams der AvD-Histo-Monte passieren, … hoffentlich jedoch ohne Probleme. Mit dabei wird in diesem Jahr auch Walter Röhrl sein, denn der zweifache Rallye-Weltmeister und vierfache Gesamtsieger der Rallye Monte-Carlo wird sich am Samstag unter die Histo-Monte-Akteure begeben und den Abschlusstag der Rallye am Steuer eines historischen Porsche 911 absolvieren.

Nach der letzten GLP auf französischem Gebiet unweit von Sospel lotst das Roadbook Röhrl und die anderen Teams über die Grenze nach Italien. Auch hier werden allesamt historische Monte-Prüfungen unter die Räder genommen. Die bekannteste führt über den Colle Langan, der sowohl bei der Rallye Monte Carlo als auch der Rallye San Remo einen besonders anspruchsvollen Teil der Weltmeisterschaft bildete. Typisch Italien: Die Pisten präsentieren sich hier deutlich enger und winkliger als in Frankreich. Nach dem Mittagsstopp gilt es dann noch die letzte Prüfung der diesjährigen AvD-Histo-Monte in Richtung Perinaldo zu meistern. Danach fährt der Rallye-Tross runter ans Meer und über ein kleines Stück Autobahn auf dem schnellsten Weg ins Ziel, wo die Teilnehmer am Samstag (12. Februar 2022) gegen 15:00 Uhr auf dem Quai Albert 1er unmittelbar neben schaukelnden Luxusyachten das Zieltor durchfahren werden.

Als besonderen Service für Medienvertreter, Teilnehmer aber auch Fans des historischen Rallye-Sports stellen die Macher der AvD-Histo-Monte auf ihrer Internetseite nicht nur Bildmaterial früherer Veranstaltungen für die Vorberichterstattung verfügbar gemacht, sondern werden hier auch Fotos der aktuellen Austragung anbieten. Außerdem steht hier eine Media-Dokumentation zu den drei zurückliegenden Rallyes der Jahre 2015, 2017 und 2019 bereit. 

Außerdem haben Veranstalter Peter Göbel und seine Mitstreiter sich überlegt, wie wohl die offiziell abgesagte AvD-Histo-Monte 2021 hätte ablaufen können, wenn sie insgeheim doch gefahren worden wäre. Die nicht ganz ernst gemeinten Schilderungen der ausgedachten Ereignisse hat das Orga-Team ebenfalls online gestellt und tritt so der Pandemie-Tristess entgegen.