23.06.2021 - Camping

Wintercamping

Kalte Tage und campen? Geht doch gar nicht - oder doch?
AvD Artikel - WintercampingCopyright (c) 2020 Maridav/Shutterstock. No use without permission. (Photographer)

Sonnencreme, Sonnenbrille und Badesachen gehören wohl zu den üblichen Gegenständen, die auf der Packliste für die nächste Camping-Reise stehen. Doch was, wenn die nächste Reise ein Winterurlaub mit dem eigenen Wohnwagen ist und aus dem sonnigen Campen ein Wintercamping wird? Denn Camping bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann richtig Laune machen! 

Im Folgenden informiert Sie der AvD über das Wintercamping und alles, was dazu gehört.
Zu der kalten Jahreszeit geht es auf den meisten Campingplätzen gemächlicher und ruhiger zu. Mit weniger Gästen, die ihre Zeit oft in den Campern verbringen, anstatt in den Sonnenstühlen. Wenn Sie Ihren Wohnwagen auch im Winter nutzen möchten, müssen Sie beim Wintercamping allerdings auf einiges achten. Wichtig bei der Planung in der kalten Jahreszeit ist ein wintergeeignetes Fahrzeug mit Winterreifen am Zugwagen. 
Zudem ist immer dran zu denken, dass die Zufahrtstraßen zum Campingplatz oder sogar schon davor nicht immer von Schnee und Eis geräumt sind, so dass Sie ebenfalls an eventuell benötigte Schneeketten und andere Ausrüstung denken sollten. Diese können Sie beim AvD ausleihen oder kaufen. Wenn Sie AvD Mitglied sind, können Sie dabei auch noch sparen.
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Das brauchen Sie für's Wintercamping 

Wer seinen Wohnwagen auch im Winter nutzen möchte, muss beim Wintercamping auf einiges achten und sollte folgende Dinge auf den Campingplatz mitbringen:

Winter-Vorzelt

Ein Winter-Vorzelt bietet zusätzlichen Platz für kälteunempfindliche Ausrüstung, wie Schuhe etc. und ist gleichzeitig auch sehr wichtig für den Windfang. Ein Winter-Vorzelt unterscheidet sich von einem Sommer-Vorzelt vor allem in der Robustheit der Zeltwand und des Gestänges, denn ein Sommer-Vorzelt würde zum Beispiel dem Gewicht eines halben Meters Neuschnee oder mehr nicht standhalten und brechen.

Schneeschaufel und Besen

Damit man die Nutzung des Wohnwagens möglichst sicher gestaltet, benötigen Sie für den Schnee vor der Wohnwagentür, auf dem Vorzelt oder Wohnwagendach eine gute Schneeschaufel und einen Besen.

Leiter

Eine Leiter zum Abräumen und Entfernen des Schnees auf dem Dach ist eine hilfreiche Option. Besonders eignen sich Teleskopleitern, da diese sehr platzsparend sind und schnell verstaut werden können.

Kaminverlängerung

Eine Kaminverlängerung sorgt dafür, dass auch im Winter bei viel Schnee die Heizung läuft und die entstehende Abluft abziehen kann. Ansonsten muss man bei viel Schnee den Kamin erst wieder freischaufeln, bevor man mit dem heizen beginnen kann.

Wohnwagen-Schutzdach

Ein Schutzdach ist ein zweites Dach für Ihr Campingfahrzeug, das Sie beim Camping vor Regen, Hagel, Schnee und Eis schützt. Die aufwändige und kostspielige Montage lohnt sich allerdings nur für einen Wohnwagen, der fest auf einem Campingplatz steht.

Thermomatten für die Fenster

Um der eisigen Kälte im Winter vorzubeugen, können Sie außen an den Fenstern Thermomatten anbringen. Ist eine Kederschiene über dem Fenster vorhanden, kann eine Montage durch das einfache einziehen in die Kederschiene recht einfach erfolgen. Tagsüber können Sie die Matte einfach zur Seite ziehen.

Deckenstützen

In Regionen, in denen der Winter mit besonders viel Schnee einhergeht, lohnt es sich, den Wohnwagen vorsichtshalber im Inneren mit Deckenstützen und/oder Holzleisten abzustützen, wenn man längere Zeit den Campingplatz nicht besucht und keiner vor Ort den Wohnwagen abräumen kann.

Wintercampingplätze - worauf sollten Sie achten?

Service vor Ort

Um Fahrten mit dem zugefrorenen Auto zu vermeiden, ist es immer gut, auch während des Winters einen Liefer-Service, ein Restaurant oder einen kleinen Laden vor Ort zu haben.

Nähe zur Skipiste

Für begeisterte Wintersportler oder auch für Regionen, welche gut zum Wandern geeignet sind, ist die Nähe bzw. Entfernung zu den nächsten Skipisten entscheidend. Dabei sollten Sie beachten, dass Plätze, welche in Skigebieten liegen, meist einen höheren Preis verlangen. Campen Sie allerdings etwas außerhalb, muss meist das Auto bewegt werden, um zum Ziel zu kommen. Sie sollten also abwägen, was Ihnen wichtiger ist und was für Sie besser passt.

Sanitäre Einrichtungen 

Die Sauberkeit und Modernität sanitärer Einrichtungen vor Ort sind immer wichtig, da nicht jeder Caravan darüber verfügt. Beim Wintercamping auf dem Campingplatz sollte man sich deshalb im Vorhinein über den Zustand vorhandener Waschräume, Toiletten und Duschen informieren, denn diese wird man regelmäßig nutzen.

Geht Wintercamping auch mit dem Wohnmobil?

Natürlich geht Wintercamping auch mit einem Wohnmobil. Jedoch sollten Sie auch hier die Maßnahmen, die vor Kälte und Schnee schützen, ergreifen, um Ihr Wintercamping so angenehm wie möglich zu gestalten. Zumindest eine Stand- oder zusätzliche Gasheizung, sollten Sie mit an Bord haben.

Worauf müssen Sie achten, wenn Sie einen Wohnwagen fürs Wintercamping kaufen?

Um das Wintercamping so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte Ihr Wohnwagen ausreichend Platz bieten, da Sie in der Regel unter anderem wesentlich mehr Kleidung mit sich führen, die auch oftmals mehrfach gewechselt werden muss. Da Wintercampingplätze Ihre Preise nach der Größe und Dauer des Standplatzes bemessen, heißt dies natürlich, dass ein größerer Stellplatz auch meistens mit höheren Kosten verbunden ist.
Zudem sollten Chemie-WC und Wasserversorgung über eine Wartungsklappe von außen zugänglich sein.

Die 11 wichtigsten Punkte für das Wintercamping

  1. Gut gelegene und gut ausgestattete Wintercampingplätze sind sowohl in Deutschland, als auch in Europa oft im Voraus schon ausgebucht. Deshalb sollten Sie sich rechtzeitig um eine Campingplatz-Reservierung kümmern. 
  2. Winterreifen für das Zugfahrzeug und das Wohnmobil sind immer wichtig und zwingend notwendig. Die Profiltiefe sollte mindestens 4, besser aber 5 mm betragen. Zudem sollten Schneeketten mitgenommen werden. 
  3. Der Stellplatz sollte möglichst gut vom Schnee geräumt sein. Um bei eventuellem Tauwetter ein Kippen des Caravans oder Wohnmobils zu vermeiden, sollten Bretter unter die Hubstützen gelegt werden, damit diese nicht einsinken. Beim Wohnmobil sollten Sie einen Gang einlegen und auch die Handbremse lösen, so dass sie nicht festfrieren kann. Zudem gibt es sogenannte Schutzhüllen, welche den Handbremshebel und die Auflaufeinrichtung an der Deichsel gegen Vereisung schützen.
  4. Für das Wintercamping sollte der Wohnwagen bzw. das Wohnmobil wintertauglich und  winterfest sein oder gemacht werden. Das heißt im Detail, dass eine Heizung und eine frostgeschützte Wasserversorgung vorhanden sein müssen. 
  5. Wer einmal nachts zitternd in seinem Caravan aufgewacht ist, um die Gasflaschen draußen zu wechseln, weiß, dass dies keine schöne, aber vor allem kalte Angelegenheit ist. Je nach Außentemperatur, Fahrzeuggröße und Heizbedarf reicht eine Flasche zwei bis fünf Tage. Daher ist eine Duo-Control Gasflasche am besten, wenn sie längere Zeit in Ihrem Caravan verbringen. So kann man gleich zwei Flaschen anschließen und ein automatischer Wechsel erfolgt, sobald eine davon leer ist. Denn ohne Gas wird Ihr nächster Winterurlaub auf dem Campingplatz ein eisiger. Die meisten Heizungen werden mit Propangas betrieben, das man in 11-Liter-Flaschen mitführt. Die meisten Caravans haben keinen Anzeiger in der Bordelektronik, welcher den Gasfüllstand anzeigen kann. Deshalb muss man mittels Gaswaage oder Gas-Checker vorab und auch während des Aufenthalts die Gasvorräte regelmäßig prüfen.
  6. Das richtige Heizen und Lüften ist sehr wichtig beim Wintercamping. Vor allem das Stoßlüften sorgt dafür, dass es im Camper nicht zu feucht wird oder die Fenster beschlagen, und der Caravan zu einem Dampfbad wird. Wenn Sie Ihre Wäsche gewaschen haben, gilt auch der Tipp, sie nicht in den Caravan zu hängen, sondern auf die Trockenräume vor Ort auszuweichen. 
  7. Man sollte bei einem Fahrzeug mit Dachkamin sichergehen, dass das Rohr für die Heizung nicht blockiert ist oder durch mögliche Gegenstände blockiert wird. Das kann man am besten beim täglichen Schneeräumen kontrollieren. Bei Temperaturen um den Nullpunkt oder darunter sollte man sich außerdem vergewissern, dass die Wasserleitungen nicht einfrieren können. Dafür sollte man den Abwassertank öffnen und das Wasser in einem Eimer sammeln. Soll das Wasser nicht einfrieren, sollte ein Frostschutzmittel in den Eimer gegeben werden.
  8. Für das Wintercamping ist es von Vorteil, wenn der Campingplatz einen Außenstromanschluss hat, da die Bordbatterie bei Kälte weniger Leistung bringt. Außerdem ist der Stromverbrauch im Winter höher, da man mehr Zeit im Fahrzeug verbringt und dementsprechend mehr Strom, für Licht, Radio oder TV verbraucht. Mit Landstrom vom Campingplatz kann außerdem der Kühlschrank über das 230-Volt-Netz laufen, was wiederum Gas fürs Heizen spart.
  9. Auf dem Fahrzeugdach sollte der Schnee regelmäßig und auf jeden Fall vor der Fahrt entfernt werden. Wenige Zentimeter Pulverschnee beim stehenden Fahrzeug schaden allerdings nicht, sie dienen sogar zur besseren Isolierung. Bevor wieder losgefahren wird, müssen Schnee oder Eisplatten vom Dach entfernt werden, damit ein nachfolgendes Fahrzeug nicht gefährdet wird. 
  10. Stromkabel müssen so verlegt sein, dass sie nicht vom Schneepflug, der bei starken Schneefällen die Wege freihält, beschädigt werden können.
  11. Bitte achten Sie darauf, dass die Be- und Entlüftungsöffnungen nicht zuschneien. Zudem sollten Sie die Dachluke immer einen Spalt weit offen lassen.