
- AvD Young Talent Team Reiter / Nemenich werden Zweite bei Rallye Vosges Grand-Est in Frankreich
- Asphalt-Lauf zur französischen Meisterschaft stellte das AvD Young Talent Team vor neue Herausforderungen
- Max Reiter: „Strecke zwischen Besichtigung und Wettbewerb stark verändert“
Noch einmal mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davongekommen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Die Wertungsprüfungen haben sich zwischen der Besichtigung und dem Wettbewerb stark verändert. An vielen Stellen war vom Asphalt nichts mehr zu sehen, nur noch Sand und Steine“, beschrieb Max Reiter (Dillingen) im Ziel der Rallye Vosges Grand-Est. Das 23 Jahre alte AvD Young Talent und Beifahrerin Conny Nemenich (Merchweiler) belegten bei diesem dritten Lauf des ADAC Opel Electric Rally Cup „powered by GSe“ zwar Rang zwei „aber wir waren drei Mal neben der Strecke – da haben wir auch etwas Glück gehabt“, gab Reiter zu. Immerhin: Nach zwei Siegen zum Saisonstart verteidigte der Saarländer seine Tabellenführung im Markenpokal mit dem 100 kW (136 PS) starken Opel Corsa Rally Electric.
Ursache für die großen Veränderungen der Streckenbeschaffenheit war das Kurvenschneiden. Bei der Besichtigungsrunde vor dem Start, bei der die Teams sich an die Straßenverkehrsordnung halten müssen und nur mäßige Geschwindigkeiten erlaubt sind, präsentierte sich der Asphalt auf den Nebenstraßen in den Vogesen noch sauber und griffig. Im Wettbewerb kürzten die Rallyefahrer dann allerdings wo immer möglich über Randstreifen und kleinere Gräben ab – und schleudern jede Menge Steine und Dreck auf die eigentliche Fahrbahn. „Wenn schon über 100 Fahrzeuge vor dir die Prüfung gefahren sind, denkst du an manchen Stellen, du bist bei einer Schotter-Rallye“, erklärte Reiter die Besonderheiten dieses gut besetzten Laufs zur französischen Meisterschaft. Dem Saarländer blieb keine Wahl: Wo die Vorderleute die Kurve schnitten, musste auch er abkürzen. „Nur so bleibst du in einer halbwegs brauchbaren Spur.“ Wer diese Linie nicht genau traf und auf den losen Schotter geriet, bezahlte meist mit einem Dreher.
Dabei waren die Wertungsprüfungen rund um Géradmer (F) ohnehin schon anspruchsvoll. Rund 97 Kilometer gegen die Stoppuhr standen für die Teams des ADAC Opel Electric Rally Cup „powered by GSe“ auf dem Programm, die längste Prüfung knapp über 20 Kilometer lang. „Alles ziemlich schnell und flüssig zu fahren, häufig mit Steigungen oder Gefälle, abwechselnd durch den Wald oder auf Feldwegen“, fasste Reiter zusammen. Am Ende musste sich das AvD Young Talent Team seinen Dauerkonkurrenten Calle Carlberg/Torbjörn Carlberg aus Schweden beugen. „Sie haben den Sieg ganz klar verdient“, zeigte sich Reiter als fairer Sportsmann. „Nach zwei extrem konstanten Rallyes ist mir dieses Mal der eine oder andere kleine Fehler zu viel passiert. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem erneuten Podestplatz und freue mich auf die nächsten Rallyes.“
Zuvor steht in der heimischen Werkstatt allerdings eine Menge Arbeit an. Denn ein Nachteil des „Cuttens“, wie das Kurvenschneiden im Fachjargon genannt wird, ist die starke Belastung für das Fahrzeug – auch ohne Ausrutscher. Sogar Carlberg musste wegen eines gebrochenen Querlenkers kurz um seinen Sieg zittern „Zur Sicherheit werden wir deswegen an unserem Auto alle Radlager, alle Radbolzen und auch alle Gelenke am Fahrwerk kontrollieren und eventuell austauschen. Sogar das Gaspedal sieht nicht mehr perfekt aus“, las Reiter aus der Arbeitsliste vor.
Als nächstes steht am 14. und 15. Juli die Rallye Weiz in Österreich auf dem Programm. „Die kenne ich schon aus dem vergangenen Jahr. Ich habe also genügend Unterlagen, Informationen und auch Onboard-Aufnahmen, um mich optimal vorzubereiten“, blickt Reiter voraus. Damit ist das AvD Young Talent Team gut gerüstet für die Wertungsprüfungen in der Oststeiermark und das nächste Duell mit Calle Carlberg, der aktuell nur noch einen Punkt Rückstand in der Gesamtwertung hat.
Ergebnis Rallye Vosges Grand-Est (F) / ADAC Opel Electric Rally Cup “powered by GSe”
| Platzierung | Team | Rennzeiten |
|---|---|---|
| 1. | Calle Carlberg/Torbjörn Carlberg (S/S) | +25,2 Sekunden |
| 2. | Max Reiter/Conny Nemenich (D/D) | 1:02.30,4 Stunden |
| 3. | Luca Pröglhof/Christina Ettel (A/A) | +48,1 Sekunden |
| 4. | Sarah Rumeau/Julie Amblard (F/F) | +1.24,6 Minuten |
| 5. | Jari van Hoof/Colin Wils (NL/NL) | +2.55,9 Minuten |
Stand ADAC Opel Electric Rally Cup 2023 nach 3 von 8 Läufen
| Platzierung | Rennfahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1. | Max Reiter (D) | 92 Punkte |
| 2. | Calle Carlberg (S) | 91 Punkte |
| 3. | Luca Pröglhof (A) | 59 Punkte |
| 4. | Sarah Rumeau (F) | 57 Punkte |
| 5. | Christian Lemke (D) | 46 Punkte |
Kalender ADAC Opel Electric Rally Cup 2023
| Datum | Verantaltung | Platzierung |
|---|---|---|
| 5./6. Mai | ADAC Actronics Rallye Sulingen (Sulingen) | Reiter/Nemenich: Platz 1 |
| 2./3. Juni | Rallye du Chablais (Aigle/CH) | Reiter/Nemenich: Platz 1 |
| 17./18. Juni | Rallye Vosges Grand-Est (Géradmer/F) | Reiter/Nemenich: Platz 2 |
| 14./15. Juli | Rallye Weiz (Weiz/A) | |
| 18./19. August | ADAC Saarland-Pfalz Rallye (St. Wendel) | |
| 1./2. September | Rallye Mont-Blanc (Morzine/F) | |
| 29./30. September | ADAC Rallye Stemweder Berg (Lübbecke) | |
| 27.-29. Oktober | Central European Rally (Prag/CZ – Passau/D) |