
- Werkstattkosten in knapp zehn Jahren um 62 Prozent gestiegen
- Auch Ersatzteile verteuern sich deutlich über die allgemeine Inflation
- AvD empfiehlt Versicherungsvergleich
Die seit Monaten hohen Spritpreise belasten Autofahrer bereits erheblich und der aktuelle Tankrabatt hilft dabei nur kurzfristig. Doch damit nicht genug: Wie eine Hochrechnung des Gesamtverband der Versicherer (GDV) zeigt, werden auch Werkstattbesuche, Ersatzteile und Versicherungsbeiträge immer teurer. Der Blick auf die nächste Reparaturrechnung könnte also für viele zum Schock werden. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) warnt vor einer zunehmenden Kostenbelastung und setzt sich auch weiterhin dafür ein, bezahlbare Mobilität für Verbraucher dauerhaft zu sichern.
Die ermittelten Zahlen des GDV sind alarmierend, denn zwischen 2017 und 2025 sind die Stundensätze von Kfz-Werkstätten um 62 Prozent gestiegen, während sich Ersatzteile um rund 60 Prozent verteuert haben. Die allgemeine Inflation lag jedoch im selben Zeitraum bei 26 Prozent. Allein 2025 stiegen die Werkstattstundensätze um 7,5 Prozent und die Ersatzteilpreise um 5,6 Prozent.
Noch deutlicher ist die Entwicklung bei Elektroautos. Diese müssen teilweise in spezialisierten Werkstätten repariert werden, was die Stundensätze im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor im Durchschnitt um etwa 15 Prozent erhöht.
Viele Versicherungen erhöhen Beiträge
Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise rund ums Autofahren im März 2026 um 6,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zu 2020 stiegen etwa die Preise für Kfz-Versicherungen bis 2025 um 63 Prozent. Gerade jetzt zum Jahresende melden Kfz-Versicherungen oft Beitragserhöhungen an. Daher empfiehlt der AvD einen zeitnahen Vergleich, wobei Autofahrer Beiträge sowie Leistungen verschiedener Anbieter prüfen und die Kündigungsfristen beachten sollten. Entscheidend ist aber nicht allein der günstigste Preis, sondern ein passender Versicherungsschutz. Das Sonderkündigungsrecht gilt im Übrigen meist innerhalb eines Monats nach Erhalt der Mitteilung über die Beitragserhöhung.
Autofahrer können zudem prüfen, ob bezüglich möglicher Werkstattkosten eine zusätzliche Absicherung sinnvoll ist. Der AvD bietet seinen HELP PLUS-Mitgliedern für nur 25 Euro im Monat die Reparaturkosten-Versicherung „Premium“. Damit können bis zu 60 Prozent der späteren Rechnung übernommen werden und das bei freier Werkstattwahl. Informationen zur Zusatzversicherung, ob sich der Reparaturschutz lohnt und welche Fahrzeugteile er abdeckt, gibt es auf der AvD Website.
Bezahlbare Mobilität erhalten
Der AvD fordert, Verbraucherinteressen stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Notwendige Reparaturen müssen bezahlbar bleiben, damit Sicherheit und Zuverlässigkeit nicht an finanziellen Hürden scheitern.
AvD Präsident Lutz Leif Linden: „Das Auto darf nicht zum Luxus werden. Viele Menschen sind beruflich und privat darauf angewiesen. Wir brauchen daher fairen Wettbewerb bei Ersatzteilen, transparente Werkstattpreise und wirksame Maßnahmen gegen unnötige Kostentreiber.“
