11.09.2026 - Pressemitteilung

Batterie- und Hybridfahrzeuge doch nicht so klimafreundlich

Die neuesten Daten zu Plug-in-Hybriden sind ein Weckruf für die Verkehrspolitik. Auch beim Elektroauto ist eine differenzierte Betrachtung notwendig.
KI-generierter Inhalt
  • Hybride erzeugen sechsmal mehr CO2 als angegeben
  • E-Autos erzeugen im Lebenszyklus deutliche Emissionen
  • Technologieoffenheit schützt Klima und Verbraucher

Die neuesten Daten zu Plug-in-Hybriden sind ein Weckruf für die Verkehrspolitik. Eine aktuelle Analyse von Transport & Environment Deutschland auf Basis der neuesten EU-Daten zeigt, dass Plug-in-Hybride im realen Fahrbetrieb durchschnittlich 145 g Kohlenstoffdioxid pro km ausstoßen, während die offiziellen Tests lediglich 24 g CO₂ ausweisen. Damit liegen die tatsächlichen Emissionen sechsmal höher als auf dem Papier und nähern sich denen von herkömmlichen Verbrennungsfahrzeugen (169 g/km) an. Untersucht wurden reale Verbrauchsdaten von rund 220.000 Fahrzeugen. Besonders problematisch ist, dass sich die Lücke zwischen offiziellen Angaben und der Realität in den vergangenen Jahren stetig weiter vergrößert hat. Aus Sicht des Automobilclubs von Deutschland (AvD) darf Verkehrspolitik deshalb nicht länger auf rechnerische und irreführende Laborwerte oder einzelne Antriebstechnologien setzen.

Auch beim Elektroauto ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Eine jüngst von der Technischen Universität München (TUM) ausgewertete Studie kommt zu dem Ergebnis, dass batterieelektrische Fahrzeuge ihre CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus im Durchschnitt lediglich um 41 Prozent gegenüber Verbrennern reduzieren. Die Europäische Union bewertet sie hingegen in ihrer derzeitigen Regulierung allein anhand der Auspuffabgase als emissionsfrei. Bei der TUM-Studie wurde der komplette Lebenszyklus betrachtet, also die Fahrzeug- und Batterieproduktion, Energieerzeugung sowie das Recycling eingerechnet.

Lösungen für Bestandsfahrzeuge
Gleichzeitig prognostiziert das Umweltbundesamt (Aktualisierung TREMOD, S. 120) für 2035 einen Bestand von konventionell angetriebenen Pkw in Höhe von 58 Prozent. Und das trotz eines angenommenen Verbots neuer Verbrenner. 2040 wären es nach diesem Szenario weiterhin rund 34 Prozent. Das zeigt die zentrale Herausforderung: Klimaschutz muss auch mit der bestehenden Fahrzeugflotte funktionieren.

Gemäß Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) waren zum 1. Januar 2026 in Deutschland rund 49,5 Millionen Pkw zugelassen und das Durchschnittsalter liegt bei 10,9 Jahren. Millionen dieser Fahrzeuge werden deshalb auch 2035 und 2040 noch unterwegs sein. Wer Klimaschutz ernst nimmt, darf diese Autos nicht einfach aus der Rechnung streichen. Der AvD fordert daher seit Langem, dass alternative, klimaverträgliche Kraftstoffe wie fortschrittliche Biokraftstoffe und synthetische Kraftstoffe konsequent erforscht, zugelassen und verfügbar gemacht werden müssen. Bereits der konsequente Einsatz von E20-Beimischungen, bis zu 20 Prozent nachhaltiges Bio-Ethanol zu fossilem Benzin, kann die CO2-Emissionen um bis zu 20 Prozent reduzieren. Und das ohne weitere Kosten etwa für eine technische Umrüstung. Selbst das Umweltbundesamt untersucht ausdrücklich alternative Kraftstoffe als Bestandteil eines treibhausgasneutralen Verkehrs und bewertet dabei den gesamten Lebenszyklus. Sie sollten daher Teil der zukünftig umweltbewussten Lösung sein.

Bezahlbar und klimafreundlich
Aus Sicht des AvD benötigen wir Technologieoffenheit statt politischer Einbahnstraße. Verbraucher brauchen bezahlbare und alltagstaugliche Möglichkeiten, ihr vorhandenes Fahrzeug klimafreundlicher weiterzufahren, statt allein durch politische Vorgaben zum Neukauf gedrängt zu werden. Entscheidend darf nicht sein, welcher Antrieb auf dem Papier am besten aussieht oder Marketingvorgaben entspricht, sondern welche Lösung über den gesamten Lebenszyklus tatsächlich CO₂ spart, für die Menschen bezahlbar ist und schnell Wirkung entfalten kann.

AvD Präsident Lutz Leif Linden: „Die neuen Realitätsdaten zu Plug-in-Hybriden zeigen eindrucksvoll, wie weit politische Rechenmodelle und tatsächliche Emissionen auseinanderliegen können. Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir deshalb den gesamten Fahrzeugbestand in den Blick nehmen und auch für die Millionen Verbrenner, die 2035 und darüber hinaus unterwegs sein werden, klimaverträgliche Lösungen schaffen. Technologieoffenheit und alternative Kraftstoffe sind wichtige Bausteine, um CO₂ wirksam zu reduzieren, ohne Menschen zum vorzeitigen Neukauf eines Fahrzeugs zu zwingen!“

AvD Presseabteilung - Marc Kennedy© AvD
Über den Autor
Marc Kennedy
AvD Pressesprecher