Reifen wechseln: Anleitung, wichtige Tipps und worauf Sie achten sollten© KI generierter Inhalt
14.10.2026 - Rund ums Auto

Reifen wechseln: Anleitung, wichtige Tipps und worauf Sie achten sollten

Zweimal im Jahr steht der Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen an. Mit dem richtigen Werkzeug und etwas Sorgfalt können Sie die Räder selbst wechseln. Diese Anleitung zeigt, wie.

Autoreifen selbst wechseln – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das brauchen Sie

Werkzeug Wofür?
Stabiler Wagenheber (idealerweise hydraulisch) Auto anheben
Unterstellbock Auto zusätzlich absichern
Radkreuz Radschrauben lösen und handfest anziehen
Drehmomentschlüssel Radschrauben mit dem richtigen Drehmoment festziehen
Drahtbürste Gewinde und Auflageflächen säubern
Kiste oder SchaleRadschrauben sicher ablegen
Schlüssel für Felgenschloss Falls vorhanden
Wachskreide Abmontierte Räder beschriften
Passende Schrauben für die Felge Stahl- und Alufelgen benötigen häufig unterschiedliche Radschrauben.

Einige Prüfungen vor dem Wechsel

Reifen: Kontrollieren Sie Profiltiefe und Zustand. Gesetzlich sind mindestens 1,6 mm vorgeschrieben; empfohlen werden 3 mm bei Sommer- und 4 mm bei Winterreifen. Reifen mit Rissen, Beulen oder Fremdkörpern sollten nicht montiert werden.

Radschrauben: Sie müssen unbeschädigt, sauber und rostfrei sein. Reinigen Sie Gewinde und Auflageflächen bei Bedarf mit einer Drahtbürste.

Betriebsanleitung: Prüfen Sie die Aufnahmepunkte für den Wagenheber und das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment. Für Noträder kann ein anderer Wert gelten. 

Reifen wechseln in 9 Schritten

Tauschen Sie die Räder nach Möglichkeit achsweise, damit sie sich gleichmäßiger abnutzen. Beachten Sie dabei:

  • Die Reifen mit der größeren Profiltiefe gehören auf die Hinterachse.
  • Laufrichtungsgebundene Reifen dürfen nur in Pfeilrichtung montiert werden.
  • Bei Mischbereifung mit unterschiedlichen Größen vorne und hinten ist kein Achstausch möglich. 
Reifenwechsel Schritt 1: Auto sicher abstellen© KI generierter Inhalt
Auto sicher abstellen
Parken Sie auf festem, ebenem Untergrund, ziehen Sie die Handbremse an und legen Sie den ersten Gang ein. Bei Automatikfahrzeugen stellen Sie den Wählhebel auf „P“.
Reifenwechsel Schritt 2: Radschrauben leicht lösenKI generierter Inhalt
Radschrauben leicht lösen
Entfernen Sie gegebenenfalls die Radkappe und lösen Sie die Radschrauben mit dem Radkreuz um etwa eine Vierteldrehung. Das Rad bleibt dabei auf dem Boden.
Reifenwechsel Schritt 3: Auto anheben© KI generierter Inhalt
Auto anheben
Setzen Sie den Wagenheber am vorgesehenen Aufnahmepunkt an. Heben Sie das Auto an, bis das Rad frei ist, und sichern Sie den Wagen zusätzlich mit einem Unterstellbock.
Reifenwechsel Schritt 4: Rad abnehmen© KI generierter Inhalt
Rad abnehmen
Drehen Sie die Schrauben vollständig heraus und legen Sie sie sicher ab. Nehmen Sie anschließend das Rad von der Nabe.
Reifenwechsel Schritt 5: Auflagefläche säubern© KI generierter Inhalt
Auflagefläche säubern
Reinigen Sie die Auflagefläche an der Radnabe. Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch Bremsscheiben und Bremsbeläge auf sichtbare Auffälligkeiten.
Reifenwechsel Schritt 6: Rad montieren© KI generierter Inhalt
Rad montieren
Setzen Sie das Rad auf und drehen Sie alle Schrauben zunächst handfest ein.
Reifenwechsel Schritt 7: Auto absenken und Radschrauben festziehen© KI generierter Inhalt
Auto absenken und
Radschrauben festziehen
Senken Sie das Fahrzeug ab, bis der Reifen den Boden berührt und ziehen Sie die Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel und dem vorgeschriebenen Drehmoment über Kreuz an.
Reifenwechsel Schritt 8: Auto vollständig ablassenKI generierter Inhalt
Auto vollständig ablassen
Senken Sie das Fahrzeug vollständig ab und entfernen Sie Wagenheber und Unterstellbock.
Reifenwechsel Schritt 9: Abmontierte Räder beschriften und Räder einlagern© KI generierter Inhalt
Abmontierte Räder beschriften
und Räder einlagern
Markieren Sie die bisherige Position mit Wachskreide: VL (vorn links), VR (vorn rechts), HL (hinten links) oder HR (hinten rechts). So lassen sich die Räder beim nächsten Wechsel richtig zuordnen und lagern Sie die abmontierten Räder sauber, trocken, dunkel und kühl ein.

3 Schritte nach dem Wechsel

Nach dem Reifenwechsel Schritt 1: Luftdruck prüfenKI generierter Inhalt
Luftdruck prüfen
Stellen Sie zeitnah den vorgeschriebenen Reifendruck ein.
Nach dem Reifenwechsel Schritt 2: Radschrauben kontrollieren© KI generierter Inhalt
Radschrauben kontrollieren
Prüfen Sie nach etwa 50 Kilometern erneut.
Nach dem Reifenwechsel Schritt 3: Reifendruck-Kontrollsystem beachten© KI generierter Inhalt
Reifendruck-Kontrollsystem beachten
Kalibrieren Sie indirekt messende Systeme über das Bordmenü. Direkt messende Sensoren müssen gegebenenfalls mit einem passenden Gerät angelernt werden.

Mögliche Fehler beim Reifenwechsel

Laufrichtung und Montageposition ignorieren

Bei laufrichtungsgebundenen Reifen muss der Pfeil mit der Aufschrift „Rotation“ in Fahrtrichtung zeigen. Asymmetrische Reifen tragen die Hinweise „Outside“ und „Inside“; „Outside“ gehört nach außen. Eine falsche Reifenmontage kann Wasserableitung, Grip und Fahrstabilität beeinträchtigen.

Beschädigte Reifen weiterverwenden

Montieren Sie keine Reifen mit tiefen Rissen, Beulen, Schnitten oder eingefahrenen Fremdkörpern. Auch ein einseitig abgefahrenes Profil sollte geprüft werden, da falscher Luftdruck oder eine verstellte Spur die Ursache sein können. Im Zweifel hilft eine Werkstatt weiter.

Wann sollten Reifen gewechselt werden? 

Sommerreifen und Winterreifen wechseln

Als Orientierung gilt die Faustregel „O bis O“: Winterreifen von Oktober bis Ostern, Sommerreifen von Ostern bis Oktober. Entscheidend sind jedoch die tatsächlichen Wetterverhältnisse. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte gilt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht.

Sommerreifen bieten bei höheren Temperaturen gute Stabilität, während Winterreifen durch ihre weichere Gummimischung und Lamellen bei Kälte, Schnee und Eis besser haften.

Profiltiefe, Zustand und Alter

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Für mehr Sicherheit werden jedoch mindestens 3 mm bei Sommer- und 4 mm bei Winterreifen empfohlen.

Prüfen Sie außerdem das Reifenalter anhand der DOT-Nummer. Die letzten vier Ziffern stehen für Produktionswoche und -jahr, beispielsweise „2319“ für die 23. Woche 2019. Da Gummi mit der Zeit altert, sollten ältere oder sichtbar beschädigte Reifen von einer Werkstatt beurteilt werden.

Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen?

Sommer- und Winterreifen sind für ihre jeweilige Saison optimiert und bieten unter den entsprechenden Bedingungen die beste Brems- und Fahrleistung. Ganzjahresreifen ersparen den halbjährlichen Wechsel, bleiben aber ein Kompromiss.

Wann sind Ganzjahresreifen sinnvoll?

Damit Ganzjahresreifen für winterliche Straßenverhältnisse genutzt werden dürfen, müssen sie das Alpine-Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke tragen. Die alleinige Kennzeichnung mit M + S ist bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr ausreichend.

Sie eignen sich vor allem bei geringer Fahrleistung, überwiegendem Stadtverkehr und milden Wintern. Weniger empfehlenswert sind sie für Vielfahrer sowie bei häufigen Fahrten im Gebirge oder unter ausgeprägten Winterbedingungen.

Reifen richtig lagern

Reinigen Sie Reifen und Felgen, entfernen Sie kleine Steine aus dem Profil und lassen Sie alles vollständig trocknen. Der Lagerort sollte kühl, trocken und dunkel sowie frei von Öl, Kraftstoff, Lösungsmitteln und starken Wärmequellen sein.

Kompletträder lagern

Lagern Sie Kompletträder liegend übereinander, an einem Felgenbaum oder einer geeigneten Wandhalterung. Erhöhen Sie den Luftdruck vorab um etwa 0,5 bar, um Druckstellen vorzubeugen.

Reifen ohne Felgen lagern

Reifen ohne Felgen werden aufrecht gelagert und etwa alle vier Wochen ein Stück gedreht. Sie sollten weder gestapelt noch aufgehängt werden, da sie sich sonst verformen können.

Wann ist eine Werkstatt die bessere Wahl für einen Reifenwechsel?

Gehen Sie besser in die Werkstatt, wenn Ihnen geeignetes Werkzeug oder Erfahrung fehlen, die Räder besonders groß und schwer sind, Probleme mit dem RDKS auftreten oder Reifen sichtbare Schäden beziehungsweise ungleichmäßigen Abrieb aufweisen.

AvD – Ihr Ansprechpartner bei einer Reifenpanne

Bei einer Reifenpanne empfehlen wir folgende Handlungen:

  • Fahrzeug möglichst sicher abstellen
  • Warnblinkanlage einschalten
  • Warnweste anlegen und Pannenstelle absichern
  • Professionelle Hilfe des AvD anfordern 
Häufige Fragen zum Thema Reifenwechsel
Wo setze ich den Wagenheber beim Reifenwechsel an?
Nur an den dafür vorgesehenen Aufnahmepunkten, die meist am Schweller markiert sind. Die genaue Position steht in der Betriebsanleitung. Das Fahrzeug muss auf festem, ebenem Boden stehen. 
In welcher Reihenfolge werden Radschrauben angezogen?
Ziehen Sie die Schrauben über Kreuz beziehungsweise sternförmig an. 
Kann ich nur einen einzelnen Reifen tauschen?
Ja, wenn beide Reifen einer Achse dieselbe Größe und Bauart sowie eine ähnliche Profiltiefe haben. Bei größeren Unterschieden sollten beide Reifen ersetzt werden. Beachten Sie insbesondere bei Allradfahrzeugen die Herstellervorgaben. 
Darf ich Reifen unterschiedlicher Marken fahren?
Ja, rechtlich ist das grundsätzlich erlaubt. Für ein möglichst ausgewogenes Fahrverhalten sollten auf einer Achse dennoch Reifen derselben Marke und desselben Modells montiert sein. Beachten Sie außerdem die Fahrzeugvorgaben. 
Was kostet ein Reifenwechsel?
Die Kosten für einen Reifenwechsel können je nach Werkstatt, Fahrzeugtyp und Reifengröße variieren. Auch Zusatzleistungen wie Auswuchten, Einlagerung oder die Montage neuer Reifen beeinflussen die Preisspanne. 

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