Autoreifen selbst wechseln – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Das brauchen Sie
| Werkzeug | Wofür? |
| Stabiler Wagenheber (idealerweise hydraulisch) | Auto anheben |
| Unterstellbock | Auto zusätzlich absichern |
| Radkreuz | Radschrauben lösen und handfest anziehen |
| Drehmomentschlüssel | Radschrauben mit dem richtigen Drehmoment festziehen |
| Drahtbürste | Gewinde und Auflageflächen säubern |
| Kiste oder Schale | Radschrauben sicher ablegen |
| Schlüssel für Felgenschloss | Falls vorhanden |
| Wachskreide | Abmontierte Räder beschriften |
| Passende Schrauben für die Felge | Stahl- und Alufelgen benötigen häufig unterschiedliche Radschrauben. |
Einige Prüfungen vor dem Wechsel
Reifen: Kontrollieren Sie Profiltiefe und Zustand. Gesetzlich sind mindestens 1,6 mm vorgeschrieben; empfohlen werden 3 mm bei Sommer- und 4 mm bei Winterreifen. Reifen mit Rissen, Beulen oder Fremdkörpern sollten nicht montiert werden.
Radschrauben: Sie müssen unbeschädigt, sauber und rostfrei sein. Reinigen Sie Gewinde und Auflageflächen bei Bedarf mit einer Drahtbürste.
Betriebsanleitung: Prüfen Sie die Aufnahmepunkte für den Wagenheber und das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment. Für Noträder kann ein anderer Wert gelten.
Reifen wechseln in 9 Schritten
Tauschen Sie die Räder nach Möglichkeit achsweise, damit sie sich gleichmäßiger abnutzen. Beachten Sie dabei:
- Die Reifen mit der größeren Profiltiefe gehören auf die Hinterachse.
- Laufrichtungsgebundene Reifen dürfen nur in Pfeilrichtung montiert werden.
- Bei Mischbereifung mit unterschiedlichen Größen vorne und hinten ist kein Achstausch möglich.







Radschrauben festziehen


und Räder einlagern
3 Schritte nach dem Wechsel



Mögliche Fehler beim Reifenwechsel
Laufrichtung und Montageposition ignorieren
Bei laufrichtungsgebundenen Reifen muss der Pfeil mit der Aufschrift „Rotation“ in Fahrtrichtung zeigen. Asymmetrische Reifen tragen die Hinweise „Outside“ und „Inside“; „Outside“ gehört nach außen. Eine falsche Reifenmontage kann Wasserableitung, Grip und Fahrstabilität beeinträchtigen.
Beschädigte Reifen weiterverwenden
Montieren Sie keine Reifen mit tiefen Rissen, Beulen, Schnitten oder eingefahrenen Fremdkörpern. Auch ein einseitig abgefahrenes Profil sollte geprüft werden, da falscher Luftdruck oder eine verstellte Spur die Ursache sein können. Im Zweifel hilft eine Werkstatt weiter.
Wann sollten Reifen gewechselt werden?
Sommerreifen und Winterreifen wechseln
Als Orientierung gilt die Faustregel „O bis O“: Winterreifen von Oktober bis Ostern, Sommerreifen von Ostern bis Oktober. Entscheidend sind jedoch die tatsächlichen Wetterverhältnisse. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte gilt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht.
Sommerreifen bieten bei höheren Temperaturen gute Stabilität, während Winterreifen durch ihre weichere Gummimischung und Lamellen bei Kälte, Schnee und Eis besser haften.
Profiltiefe, Zustand und Alter
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Für mehr Sicherheit werden jedoch mindestens 3 mm bei Sommer- und 4 mm bei Winterreifen empfohlen.
Prüfen Sie außerdem das Reifenalter anhand der DOT-Nummer. Die letzten vier Ziffern stehen für Produktionswoche und -jahr, beispielsweise „2319“ für die 23. Woche 2019. Da Gummi mit der Zeit altert, sollten ältere oder sichtbar beschädigte Reifen von einer Werkstatt beurteilt werden.
Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen?
Sommer- und Winterreifen sind für ihre jeweilige Saison optimiert und bieten unter den entsprechenden Bedingungen die beste Brems- und Fahrleistung. Ganzjahresreifen ersparen den halbjährlichen Wechsel, bleiben aber ein Kompromiss.
Wann sind Ganzjahresreifen sinnvoll?
Damit Ganzjahresreifen für winterliche Straßenverhältnisse genutzt werden dürfen, müssen sie das Alpine-Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke tragen. Die alleinige Kennzeichnung mit M + S ist bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr ausreichend.
Sie eignen sich vor allem bei geringer Fahrleistung, überwiegendem Stadtverkehr und milden Wintern. Weniger empfehlenswert sind sie für Vielfahrer sowie bei häufigen Fahrten im Gebirge oder unter ausgeprägten Winterbedingungen.
Reifen richtig lagern
Reinigen Sie Reifen und Felgen, entfernen Sie kleine Steine aus dem Profil und lassen Sie alles vollständig trocknen. Der Lagerort sollte kühl, trocken und dunkel sowie frei von Öl, Kraftstoff, Lösungsmitteln und starken Wärmequellen sein.
Kompletträder lagern
Lagern Sie Kompletträder liegend übereinander, an einem Felgenbaum oder einer geeigneten Wandhalterung. Erhöhen Sie den Luftdruck vorab um etwa 0,5 bar, um Druckstellen vorzubeugen.
Reifen ohne Felgen lagern
Reifen ohne Felgen werden aufrecht gelagert und etwa alle vier Wochen ein Stück gedreht. Sie sollten weder gestapelt noch aufgehängt werden, da sie sich sonst verformen können.
Wann ist eine Werkstatt die bessere Wahl für einen Reifenwechsel?
Gehen Sie besser in die Werkstatt, wenn Ihnen geeignetes Werkzeug oder Erfahrung fehlen, die Räder besonders groß und schwer sind, Probleme mit dem RDKS auftreten oder Reifen sichtbare Schäden beziehungsweise ungleichmäßigen Abrieb aufweisen.
AvD – Ihr Ansprechpartner bei einer Reifenpanne
Bei einer Reifenpanne empfehlen wir folgende Handlungen:
- Fahrzeug möglichst sicher abstellen
- Warnblinkanlage einschalten
- Warnweste anlegen und Pannenstelle absichern
- Professionelle Hilfe des AvD anfordern




