
- Fahrrad hat häufigste Unfallbeteiligung bei Schulkindern
- E-Scooter als neueres Verkehrsmittel erstmals beachtet
- AvD rät, Schulweg besonders aufmerksam zu gestalten
Während in den ersten Bundesländern die Schule nach den Sommerferien bereits wieder begonnen hat, starten Erstklässler meist erst am zweiten oder gar dritten Schultag. In Hessen steht beispielsweise für viele Schulanfänger am Mittwoch der große Tag an. Damit steigt auch wieder die Zahl der Kinder, die morgens unterwegs sind. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind in diesem Zusammenhang alarmierend: 2025 verunglückten rund 29.270 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr. Der Automobilclub von Deutschland (AVD) mahnt daher alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Aufmerksamkeit und Rücksicht nicht nur unmittelbar im Bereich von Schulen und Kindergärten.
Durchschnittlich alle 18 Minuten ist im letzten Jahr ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet worden. Das sind rund sieben Prozent mehr als noch im Jahr 2024. 74 Kinder kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, nach 53 im Vorjahr. Besonders aufmerksam sollten Eltern und Autofahrende auf die Altersgruppe der 6- bis 14-Jährigen achten. Gemäß der Destatis-Unfallstatistik gehören die morgendlichen Stunden des Schulwegs zu den gefährlichsten Zeiten. Bereits die Auswertung für 2024 zeigte, dass montags bis freitags zwischen 7 und 8 Uhr besonders viele Kinder dieser Altersgruppe verunglücken. Auch am Nachmittag zwischen 15 und 17 Uhr steigt das Unfallgeschehen wieder deutlich an. Der Schulweg ist damit ein wichtiger Ansatzpunkt für mehr Verkehrssicherheit.
Nicht ungesichert im Auto
Bei der Wahl des Verkehrsmittels zeigen sich zudem deutliche Unterschiede nach Alter. Insgesamt verunglückten 2025 die meisten Kinder auf dem Fahrrad. 34 Prozent der unter 15-Jährigen waren zum Unfallzeitpunkt mit dem Fahrrad unterwegs, 31 Prozent im Auto, 20 Prozent zu Fuß und 8 Prozent mit einem E-Scooter. Unter 6-Jährige werden häufig noch von Erwachsenden gebracht, weshalb 55 Prozent der Unfälle in dieser Altersgruppe auf die Mitfahrt im Auto entfielen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) werden 52 Prozent der Kinder nicht korrekt gesichert. In Deutschland müssen Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 1,50 Meter sind, in einem geeigneten Rückhaltesystem mitfahren. Eltern sollten daher darauf achten, ihre Kinder nur in einem korrekt befestigten Kindersitz und vorschriftsmäßig angeschnallt mitzunehmen.
Tipps zum sicheren Schulweg
Der AvD appelliert deshalb an Eltern und Autofahrende, Kinder gezielt auf die täglichen Verkehrssituationen vorzubereiten. Der sicherste Schulweg ist nicht immer der kürzeste. Eltern sollten ihn gemeinsam mit dem Kind mehrfach abgehen, Gefahrenstellen wie Kreuzungen, Einfahrten und unübersichtliche Querungen hierbei erklären und das richtige Verhalten praktisch üben. Kinder sollten möglichst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln selbstständig unterwegs sein, sobald sie dafür bereit sind. Besonders wichtig ist, dass sie Blickkontakt mit Autofahrenden suchen und Straßen erst überqueren, wenn sie wirklich sicher sind.
Auch Autofahrende tragen Verantwortung. Vor Schulen, an Bushaltestellen und in Wohngebieten gilt, das Tempo zu reduzieren, bremsbereit zu fahren und jederzeit mit spontanen Bewegungen von Kindern zu rechnen. Elterntaxis können zusätzlich gefährliche Situationen schaffen, wenn sie Gehwege blockieren, in zweiter Reihe halten oder die Sicht auf Kinder und andere Verkehrsteilnehmer versperren. Besser sind sichere Hol- und Bringzonen in einiger Entfernung vom Schultor.
Eltern sind Vorbilder
Gerade Schulanfänger müssen den Straßenverkehr erst Schritt für Schritt kennenlernen. Das Bundesministerium für Verkehr hält viele Informationen und Materialien zur Verkehrserziehung bereit. Eltern sollten zudem immer als Vorbild dienen. Wer aufmerksam, rücksichtsvoll und regelkonform unterwegs ist, vermittelt Kindern die wichtigste Lektion für einen sicheren Schulweg.