23.07.2026 - Pressemitteilung

Wieder mehr Unfälle mit E-Scootern

Der AvD sieht angesichts dieser Unfalldaten dringend Bedarf an Maßnahmen für weniger Unfälle.
Wieder mehr Unfälle mit E-Scootern© KI generierter Inhalt
  • Statistisches Bundesamt meldet starken Anstieg
  • Junge Nutzer verunglücken überdurchschnittlich oft
  • AvD für Schulung der Jugendlichen

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat unlängst die Zahlen zu Unfällen mit E-Scootern im Jahr 2025 veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr kamen dabei 38,1 Prozent mehr Menschen zu Schaden. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) sieht angesichts dieser Daten dringend Bedarf an Maßnahmen für weniger Unfälle.

Insgesamt wurden bei Destatis 16.496 Unfälle mit Personenschäden registriert. Bei den insgesamt 38 Todesfällen starben 33 Menschen als Fahrer oder Mitfahrer auf einem E-Scooter. 16 der tödlich Verletzten gingen als Alleinunfälle, also ohne Beteiligung Dritter, in die Statistik ein. Bemerkenswert auch die hohe Zahl von 822 Mitfahrern, die Verletzungen erlitten, darunter leider auch eine getötete Person. Dabei erlauben die Vorschriften ausdrücklich nur eine Person auf dem E-Scooter, keine Mitfahrenden.

Die Statistiker benennen die geringe Rolle von E-Scootern im Gesamtunfallgeschehen. Diese machen lediglich 5,5 Prozent von 297.364 Personenschäden aus. Aber auch hier ist ein Anstieg gegenüber 2024, damals 4,1 Prozent, registriert. Gleichzeitig wird die hohe Zahl junger Menschen, die in diese Unfälle verwickelt sind, betont. 53,6 Prozent der im Jahr 2025 verunglückten E-Scooter-Fahrenden waren jünger als 25 Jahre und gar 83,7 Prozent jünger als 45 Jahre. Dagegen gehörten nur 3,1 Prozent der Altersgruppe 65plus an.

Fehlverhalten meist Unfallursache
Bei den Unfallursachen verweist Destatis auf mehrfaches Fehlverhalten. Häufig (21,6 Prozent der Fälle) wurden die falsche Benutzung der Fahrbahn oder von Gehwegen benannt. Dabei müssen Fahrende von Rechts wegen, soweit möglich, auf Fahrradwegen oder Schutzstreifen unterwegs sein. Sind solche nicht vorhanden, ist auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen auszuweichen. Das Fahren auf Gehwegen ist ausdrücklich verboten. Auch Alkoholfahrten wurden verhältnismäßig oft (mit 10,9 Prozent) festgestellt. Daneben spielten nicht angepasste Geschwindigkeit und Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren eine Rolle.

Angesichts der Jahr für Jahr steigenden Unfallzahlen, insbesondere bei jüngeren Fahrern, spricht sich der AvD dafür aus, das Mindestalter für das Fahren von E-Scootern von 14 auf 15 Jahre anzuheben. Dazu sollten diese jungen Fahrer von E-Scootern Kenntnisse über die Straßenverkehrsordnung und das Führen solcher Gefährte nachweisen müssen. Entsprechendes wird heute von Personen verlangt, die ein Mofa im Verkehr fahren wollen. Das Gefährdungspotential von E-Scootern ist mindestens ebenso hoch wie das von Mofas. Wegen des leichten Zugangs sind die E-Roller gerade für Jugendliche sehr attraktiv.

Rücksicht vor allen Verkehrsteilnehmern
Die fehlenden Kenntnisse der Verkehrsregeln sind nach Auffassung des AvD ein wichtiger Grund für das in der Statistik festgehaltene Fehlverhalten. E-Scooter-Nutzer lassen den Eindruck entstehen, dass Verkehrsregeln ignoriert werden. Besonders Fußgänger fühlen sich in den Innenstädten, die Unfallschwerpunkte bilden, durch rücksichtslose Fahrer von E-Tretrollern zunehmend gefährdet und bedroht. Polizei und Ordnungsbehörden sollten deshalb stärker kontrollieren. Die Behörden sind personell so zu verstärken, dass Verstöße verstärkt geahndet und die geltenden gesetzlichen Regelungen auch gegenüber E-Scooter-Fahrern durchgesetzt werden können. 
Der AvD schlägt zum Selbstschutz der Fahrer vor, unabhängig von der Art des Antriebs, über eine Helmpflicht und festes Schuhwerk für zweirädrige motorunterstützte oder angetriebene Fahrzeuge nachzudenken. Die Sicherheit sollte für alle Verkehrsteilnehmer stets an erster Stelle stehen.